behind the topic zu "Sweetsaltytoxic" - mit Rolf zu Sucht, toxischer Beziehung und huch! BDSM
Shownotes
Meine Musik findet ihr auf allen Streaming Plattformen unter Schné, der Song um dessen Themen es heute ging heisst Sweetsaltytoxic.
Transkript anzeigen
00:00:01: Das Eisbergs Unterseite, der Podcast von und mit
00:00:05: Schnee.
00:00:08: Ja, Klamotten, gut, dass wir keine anhaben.
00:00:10: Ist dir nicht ein bisschen kalt so ohne?
00:00:12: Ähm, ja, ich dachte, es ist wirklich
00:00:15: ... Ist besser wegen der Geräusche und so.
00:00:16: Animierend oft.
00:00:18: Herzlich willkommen, Reuf.
00:00:21: Heute habe ich Reuf hier zu Gast in meiner Sendung.
00:00:23: Und es geht um das Thema hinter dem Lead, Sweet Soul, die Toxic.
00:00:30: Und in dem Song geht es um eine toxische Beziehung, beziehungsweise ... Ja, Toxizität, Abhängigkeit von Menschen.
00:00:38: Hast du Erfahrung mit toxischen Beziehungen?
00:00:42: Hast du so was schon mal
00:00:42: gehabt?
00:00:43: Ich lese das ja öfter, dieses Wort toxische Beziehung.
00:00:47: Scheint also ein Thema zu sein.
00:00:50: Klar, ich hab mir das mal auch angeguckt.
00:00:54: So bei mir und bei anderen natürlich auch.
00:00:57: Ja?
00:00:59: Man kennt ja doch ein paar Menschen, die in Beziehungen sind.
00:01:04: Und dieses Wort Toxisch find ich eigentlich ... Ja, ist ein bisschen zu heavy.
00:01:10: Weil die Anlagen von Abhängigkeit und von ... Ja, Beziehungen, wo es ... Einseitige Abhängigkeiten gibt, das ist ja eher damit gemeint, glaub ich.
00:01:27: Würde ich denken.
00:01:28: Die sind ja ... in Ansätzen immer vorhanden.
00:01:32: So.
00:01:32: Mhm.
00:01:34: Glaub ich.
00:01:36: Und dann gibt es natürlich auch Möglichkeiten, das zu lösen zwischen Menschen.
00:01:41: Mhm.
00:01:42: Und dann ist es keine toxische Beziehung mehr.
00:01:45: Dann ist es einfach eine Beziehung, wo mal was schief gelaufen ist, und dann geht's wieder.
00:01:53: Vielleicht seh ich das auch falsch.
00:01:54: Vielleicht ist das ja auch wirklich so ein fester Begriff in der Psychologie oder ...
00:02:01: Man kann ja darüber nachdenken.
00:02:04: Toxisch ist ja eigentlich eher eine Substanz, meistens damit gemeint.
00:02:07: Giftig.
00:02:08: Giftige Menschen ist natürlich
00:02:10: ein bisschen heftig.
00:02:12: Kann ich gut nachvollziehen.
00:02:15: Bei Abhängigkeiten habe ich mal darüber nachgedacht, dass ich habe mal geraucht und wenn man sich so eine Zigarette oder ein Bier oder irgendeine Suchtmittel vor sich legt.
00:02:27: man sich auch mal bewusst machen kann, wie will ich mich danach fühlen?
00:02:32: Trifft darauf Menschen zum Übrigen.
00:02:34: Je nachdem, ob man die jetzt benutzt sozusagen, ob um etwas zu fühlen.
00:02:39: Und ich finde die Frage ganz gut, wie will ich mich danach fühlen?
00:02:42: Also wie will ich mich fühlen, wenn ich diese Zigarette geraucht habe zum Beispiel?
00:02:46: Weil manche Menschen zum Beispiel Alkohol ist ja so ein gängiges Suchtmittel.
00:02:50: Manche nützen uns, um sich zu entspannen, andere, um was Aufregendes zu erleben, um eine Lebendigkeit oder Lustigkeit herzustellen oder eine Angst zu betäuben.
00:03:03: Und ich finde immer, ich habe oft so in so Bücherübersucht reingelesen und fand das immer ziemlich bedenklich, dass es da hauptsächlich um Disziplin ging.
00:03:12: Also diesen Mangel, weil Sucht kommt ja aus dem Mangel, dem noch ein Mangel oben drauf zu setzen und zu sagen, wir nehmen das jetzt auch noch weg.
00:03:20: Und stattdessen, ich finde halt, es ist sehr wichtig, sich das Bedürfnis anzugucken.
00:03:24: Also, wie möchte ich mich danach fühlen?
00:03:26: Ich wollte mich zum Beispiel beim Rauchen immer klar fühlen.
00:03:29: Diese Klarheit, die dann kam mit der Zigarette, das war eigentlich das Ding.
00:03:34: Und dann hab ich über überlegt, wie kann ich mir das anders erfüllen?
00:03:38: Da geht's schon los, ne?
00:03:40: Jetzt, wo du das Beispiel Rauchen gesagt hast, da hatte ich sofort einen vernebelten Kopf.
00:03:46: Also ... Morgens die erste Zigarette macht ja schwindelig.
00:03:50: Ich weiß schon länger her, dass ich geraucht habe, glücklicherweise.
00:03:56: Aber das war eigentlich das Gegenteil von klar bei mir.
00:04:01: Aber so ist das unterschiedlich.
00:04:03: Und was war der Benefit?
00:04:04: Was würdest du sagen?
00:04:05: Was war das gute Gefühl dabei?
00:04:07: Wahrscheinlich nur die Suchtbefriedigung.
00:04:11: Aber ja, es ist tatsächlich, wie du sagst, ich hatte das auch.
00:04:15: Klarheit war nur ein Moment, wenn diese kleinen Ederchen in den Augen sich zusammenziehen.
00:04:22: Das macht ja Nikotin, das verengt ja die Gefäße kurz.
00:04:25: Und dadurch konnte ich klarer gucken, tatsächlich.
00:04:29: Da hab ich die Bäume angeguckt und die Blätter und dachte, oh, Mensch.
00:04:32: Und
00:04:34: da kenn ich aber bessere Drogen
00:04:36: für.
00:04:37: Ja, also Sucht hat sicherlich mit Beziehung zu tun.
00:04:41: Und ... meistens ist es unmerklich.
00:04:47: Weil man ... lernt ja nicht jemand kennen und sagt, so, jetzt mach ich mal eine schöne, toxische Beziehung.
00:04:52: Nee?
00:04:54: Das entwickelt sich ja meistens.
00:04:56: Oder ist das so, dass man sich schon die Leute so sucht, ähm ... die einem diese ... ja ... Was machen die denn eigentlich, die anderen Menschen?
00:05:10: Was bieten die einem bzw.
00:05:13: was nehmen die einem und was sucht der die andere?
00:05:21: Das nehmen oder das geben?
00:05:23: Ach, das ist eine schlaue Frage.
00:05:26: Ich würde sagen, also mal so ganz salopp gesagt, die hauen in eine bestimmte Kerbe, die in einem selber schon vorhanden ist.
00:05:33: Und das ist das, was weh tut.
00:05:35: Und was manche Leute als toxisch bezeichnen.
00:05:37: Das heißt noch lange nicht, dass dieser Mensch toxisch ist.
00:05:40: Das heißt einfach erst mal nur Schmerz.
00:05:42: Und dann kann man sich ja angucken, ist das, liegt diese Kerbe schon in mir?
00:05:46: Oder bringt der andere wirklich sowas mit?
00:05:49: Das gibt es natürlich auch auf jeden Fall.
00:05:52: Also dieser Satz, dass man immer irgendwie mitbeteiligt ist an Konflikten oder immer beide Schuld sind, das würde ich so nicht unterzeichnen.
00:06:00: Es gibt tatsächlich Menschen, da kann man nichts.
00:06:03: machen, bei Gewalt zum Beispiel oder sowas.
00:06:08: Aber ja, ich würde sagen, ja, eine gewisse Anziehung wird zumindest häufig gesagt, gibt es da schon.
00:06:15: Und ich glaube auch, also ich persönlich glaube schon daran, dass Menschen sich begegnen, in der Liebe um gemeinsam Dinge lösen zu können, denn wenn nicht die Liebe was dann, also es klingt kitschig, aber das ist der Schmierstoff sozusagen, der Also, am ersten das Potenzial hat, so was zu tragen, was schmerzhaft ist in einem und in dem anderen.
00:06:42: Und meistens, man kennt das so von Pärchen, die man so kennt oder auch von sich selber aus der eigenen Historie, dass häufig genau entgegengesetzt der Partner seine Wunden hatte oder auch sogar genau die gleichen Wunden auf eine andere Art.
00:06:59: Das einzige, was da hilft in meiner Erfahrung nach, ist Verständnis.
00:07:03: und Grenzenkenntnis.
00:07:05: Also kennt man gut seine eigenen Grenzen, kennt man seine Verantwortungsbereiche.
00:07:11: Es ist wie ein Vorgarten, also hat man Vorgarten, hat man diesen Raum bis zur eigenen Grenze.
00:07:17: Da kann man dann Verständnis in dem Vorgarten legen oder auch sagen hier, das ist mein Gartenschmeiß nicht immer dein Müll darüber.
00:07:26: Es fühlt sich für mich toxisch an oder ist es vielleicht auch?
00:07:30: Ja klar, es gibt die... die Menschen, die immer herausbauen und auch nicht immer sehr gesund für andere.
00:07:40: Und das ist in der Beziehung aufdauerlästig.
00:07:46: Und dann gibt es Menschen, die das lange mitmachen, zum Beispiel.
00:07:54: Und darüber vielleicht in eine Abhängigkeit geraten.
00:07:59: Mhm.
00:07:59: Mhm.
00:08:01: Ja, also ... Kommt vielleicht auch drauf an, was du mit dir machen lässt.
00:08:06: Und wie lange?
00:08:08: Ob da was ... Ob da eine Abhängigkeit draus wird oder ein ... Ja, sagen wir einfach mal, ein ungesundes Verhältnis, was irgendwann ... unbefriedigend ist.
00:08:19: Also, ich rede jetzt nicht von den extremen Fällen, was du eben sagst, das Gewalt oder ... Gewalt in der Partnerschaft.
00:08:27: Das sind andere ...
00:08:28: Kaliber.
00:08:29: Ja, andere Kaliber, andere
00:08:31: ...
00:08:33: Ja, da konnte man wahrscheinlich von sehr toxisch reden, ne?
00:08:37: Ja.
00:08:38: Ich denke, wir sind ja jetzt mehr auf so einer Ebene ... ja, Alltagsbeziehung oder normale Beziehung zwischen ... bei Paaren,
00:08:47: oder?
00:08:47: Genau, genau so Alltagssachen, die jeder Mensch irgendwo kennt.
00:08:54: Und ich glaube, das spielt auch mehrere Faktoren eine Rolle.
00:08:57: Einerseits ist natürlich Gewohnheiten Faktor.
00:08:59: Man bleibt halt bei der Person, man ist das gewohntes Vertraut, das gibt eine gewisse Sicherheit.
00:09:04: Und dann habe ich auch mal gehört, dass es eher von der Tendenz beziehungsmotivierte Menschen gibt und eher von der Tendenzautonomie motivierte Menschen gibt.
00:09:17: Und je nachdem zu wem du gehörst, bist du halt eher der Mensch, der den Streit dann schlichte oder wieder einlenkt, würde eher der Mensch, der den Fokus auf Beziehungsmotivation hat.
00:09:28: Ich würde eher sagen, komm, dann stecke ich eben zurück und versuche eher wieder zu kitten das Ganze.
00:09:35: Und der autonomie motivierte Mensch würde sagen, dann lecken sie mich doch am Bürzel.
00:09:45: Das kommt natürlich auch noch darauf an, der fächende Resonanzboden das Ganze
00:09:48: trifft.
00:09:49: Mir hat mal jemand was erzählt über eine Beziehung,
00:09:53: eine
00:09:54: junge Frau, die sagt ... Also, die sagte, ja, sie ist Masochistin, und sie hat da jemanden kennengelernt, und der ist eben dominant.
00:10:04: Und ... das wär auch ganz prima alles.
00:10:08: Aber der würde die Dominanz und diese ... ja, Unterdrückungs ... Verhaltensweisen, auch in den Alltag mit rübernehmen.
00:10:19: Und das fängt sie völlig unangebracht und blöd.
00:10:24: Ja.
00:10:25: Das wäre ja ... Das eine wäre ... Ja, die sexuelle Variante, mal vereinfacht gesagt, die Erotik.
00:10:35: Und das andere wäre eben das normale Leben.
00:10:38: Ja?
00:10:39: Ja, und dieses ... Wenn das nicht mehr getrennt ist, dann ... dann ist das nicht mehr schön.
00:10:47: Nee.
00:10:49: Es klingt einfach, aber ... müssen wir uns vielleicht mal auf der Zunge zergehen lassen, ist ja ... vielleicht auch nicht so allgemein ... so eine allgemeine Wahrheit, die ... die man so kennt, wenn man jetzt nicht in solchen Beziehungen steckt.
00:11:09: Ja, das mag sein.
00:11:10: Also ... Ich hab's mal gehört, also so von der, aus der Soft-BDSM-Szene, das ist tatsächlich eher ein No-Go ist.
00:11:19: Ich mein, ich bin jetzt nicht so into it, aber das ist eher ein No-Go, ist das zu vermischen.
00:11:24: Weil das ist ja so aus meiner Sicht auch, und was ja so weiß von Bekannten und Menschen mit denen ich mich darüber unterhalten hab, dass Sexualität ja eher ein Spielfeld ist, eine Spielwiese für Sachen, Fantasien.
00:11:40: Bedürfnisse Sachen, die man sonst nicht auslebt, dass das gerade in so einem Bereich eine strikte Trennung auf jeden Fall braucht.
00:11:49: Und meistens ist es ja auch so, ich habe damals irgendwie auch eine Geschichte gehört von irgendeiner Managerin, die war Devot in der Sexualität, aber war natürlich ein richtig hohes Tier und ansonsten in ihrem Beruf absolut dominant.
00:12:03: Also das manchmal hat die Sexualität ja auch eine Ausgleichsfunktion.
00:12:06: Das ist das, was du sonst lebst.
00:12:09: Ja, auch mal hochkommen kann, irgendwelche Archetypen, irgendwelche Sachen, die du sonst nicht in deinem Alltag unbedingt am Wickel hast, dass du dich da ein bisschen spielerisch miteinander setzen kannst mit dem Partner.
00:12:22: Aber anhand dieser Beispiele wird es natürlich dann interessant, wo ist das Toxische?
00:12:28: Was, wo ist die Abhängigkeit?
00:12:31: Wie weit geht die?
00:12:33: Wo ist die Grenze?
00:12:35: Weil das ist ja im Grunde ein Extrem.
00:12:38: Was ich jetzt gerade erzählt habe, oder was du jetzt gerade gesagt hast von der Frau, dann zu definieren, an welcher Stelle wird es toxisch?
00:12:50: Aber vielleicht wird es dadurch sogar klarer.
00:12:54: Das ist immer so ein bisschen die Frage.
00:12:56: Gerade bei dieser Richtung, die du da erzählt hast, da geht es ja viel um Kranzen.
00:13:01: Und Kranzen gehen wir erstmal, primär Sicherheit.
00:13:06: Ich glaube schon, dass es gerade da um ganz viele Sicherheitsthemen geht und deswegen gibt es ja da auch so, ich weiß gar nicht, wie die Mehrzahl ist, so Codex, also ein Codex, wo diese ganzen Softlimits, Hardlimits und so was irgendwie drin sind.
00:13:19: Ich will nicht, dass ich Expertin wäre, aber was ich so darüber weiß, ist, dass das doch Gang und Gebe wäre, das einzuhalten.
00:13:29: Und vielleicht geht es ja auch gerade darum, dass Wenn du sonst in deinem
00:13:33: Leben ... Es gibt
00:13:33: also Regeln.
00:13:34: Es gibt Regeln, ja.
00:13:36: Ach, guck mal.
00:13:37: Rolf, hörst du da mal auf mit dir.
00:13:41: Aber Witze sind erlaubt.
00:13:43: Witzes sind schon erlaubt.
00:13:44: Also, bei mir auf jeden Fall.
00:13:46: Genau, und vielleicht ist das sogar auch manchmal gut für Leute, die halt sonst im echten Leben nicht so richtig Grenzen setzen können.
00:13:53: Weil da geht's um den Körper, da wird's halt ziemlich klar eigentlich, was geht und was nicht geht.
00:14:00: Ich kann mir vorstellen, dass man sich da auch ganz gut ausprobieren kann, um das da zu üben.
00:14:07: Aber das ist ja auch nicht unbedingt toxisch.
00:14:08: Es passt eigentlich nicht mal ganz zum Ausgangsthema, aber macht ja nichts.
00:14:11: Jetzt noch zum Abschluss eine Frage Reuf.
00:14:14: Was wird deine lieblingstoxische Erfahrung?
00:14:17: Fällt mir nichts ein im Moment.
00:14:20: Müsste ich länger drüber nachdenken?
00:14:23: Kannst du ein Beispiel geben?
00:14:26: Nicht konkret, aber es gibt auch so was wie toxische Erfahrungen, die einem so was wie die Dualität erschließen.
00:14:34: Also die einem so das helle und dunkle erschließen und dadurch eine gewisse Intensität hervorrufen.
00:14:39: Also nicht immer würde ich sagen, dass jede toxische Erfahrung unbedingt eine schlechte ist, weil das kann auch... Es kann wachstum, Chancen, Beherrbergen, man kann viel lernen.
00:14:52: Es kommt eben auf die... Härte der Sache drauf an, also wie er das trifft, auf welchem Boden das trifft und so weiter und so fort, wie gut man aufgestellt ist.
00:15:01: Aber generell würde ich sagen, steckt ja mal viel Kraft und Lärmpotenzial drin.
00:15:07: Das sind vielleicht meine Lieblingssituationen damit.
00:15:11: Zum Beispiel ist so ein Song daraus entstanden, das ist ja nicht das schlechteste.
00:15:16: Danke für dein Dasein.
00:15:18: Und wir hören uns in einigen Wochen wieder.
00:15:22: Das heißt, kann ich mich jetzt anziehen?
00:15:26: Nein.
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